Denkmale in Zossen
Rundgang durch die Stadt
Zossen verfügt über 36 Gebäude, Skulpturen und Straßen, die in der Landesdenkmalliste verzeichnet sind (Stand 2026). Den von uns zusammenstellten Rundweg haben wir für Sie in einzelne Stadtbereiche aufgeteilt. Die Strecke ist ca. 11 km lang und kann als kompletter Rundweg sowie nach individuellen Vorstellungen erwandert werden. Er beginnt am Bahnhof und führt über die Weinberge mit dem Museum "Alter Krug", das zum Verweilen einlädt.
Führungen können gern bei uns erfragt werden → zur Anfrage
Die Beschreibungen der Denkmäler basieren, wenn nicht andersweitig gekennzeichnet, auf den zentralen Inhalten offizieller Gutachten des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum.
Kirchplatz / Kirchstraße
Dreifaltigkeitskirche
Im Jahr 1735 erfolgte die Einweihung der Dreifaltigkeitskirche in Zossen. Der verputzte Bau hat den für die Region ungewöhnlichen Grundriss einer Quersaalkirche mit einem Kirchturm vor der Mittelachse der südwestlichen Längsseite. Der Architekt war Christoph Gottlieb Hedemann. Die Innenausstattung ist im Stil eines schlichten Barock gehalten, die Orgel aus dem Jahr 1960 ist vom Orgelbauer Hans-Joachim Schuke aus Potsdam. Nach einem Brand im Jahr 1873 nutzte die Gemeinde die notwendigen Reparaturarbeiten dazu, einige Veränderungswünsche umzusetzen. So wurde beispielsweise im Hauptraum eine dachförmig ansteigende Holzdecke eingebaut, die bis heute den Innenraum prägt. In der Zeit der DDR wurden Teile im Innenraum mit dem krebserregenden Holzschutzmittel DDT behandelt, was zu umfangreichen Entgiftungsmaßnahmen in der Nachwendezeit führte. Eine Besonderheit befindet sich im Raum hinter der Kanzel: Ein Strohring, mit dem auf Befehl des Preußischen Kommandanten im Jahr 1813 bei Annäherung der Franzosen die Kirche angezündet werden sollte.
Quelle: kulturfeste.de
Alte Stadtschule, Kirchplatz 1
Das Schulhaus wurde 1806-1818 im spät-gotischen Backsteinstil errichtet und später erweitert. Das Gebäude ist massiv gebaut, mit Ziegeln und Kelleranlagen aus Tonnengewölben und eine markante Ecke mit einem hohen Dreiecksgiebel. Innen sind große Flure, Treppenhäuser und Klassenräume vorhanden. Die Keller sind umfangreich und gut erhalten, mit zahlreichen Räumen. Ein Umbau mit Erweiterung erfolgte 1906-1907 nach dem Entwurf von Ernst von Bandel, Architekt und Königlicher Baurat. Der Erweiterungsbau entstand im L-förmigen Design, die Fassade wurde neu gestaltet, Fenster vergrößert und dekorative Elemente hinzugefügt. Das Gebäude diente bis 1992 als Schule und hat eine lange Bildungstradition.
Fachwerkhaus am Kirchplatz 7 - heutiges Schulmuseum
Erbauung ist datiert auf 1801/1815. Es ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus, mit Kreuzstockfenstern und Treppen mit gesägtem Schmuckgeländer, einem Krüppelwalmdach mit sieben Achsen. Der Seitenflügel trägt ein Satteldach.
Seit 2016 ist im Gebäude das Schulmuseum beheimatet. Artikel über Schulstandort Zossen
Kirchplatz 11, Wohnhaus
Datierung um 1780, Umbau um 1970
Das Gebäude stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und zeigt typische Bauweisen dieser Zeit, ist Teil des historischen Stadtbildes und der damaligen Bebauung. Es besitzt eine Fachwerkkonstruktion, die weitgehend erhalten ist und vermittelt Einblicke in Bau- und Handwerkstechniken der frühen Neuzeit. Der Keller ist älter und könnte auf ein Vorgängerhaus hinweisen. Das zweigeschossige Fachwerkhaus hat ein Satteldach und eine straßenseitige Fassade, verfügt über typische Details wie Andreaskreuze in den Giebeln und der Innenraum enthält eine breite Treppe und historische Türen. Der Hof ist teilweise gepflastert, mit Nebengebäuden und Apfelbäumen. Das Haus wurde mehrfach modernisiert, behält aber seine baugeschichtliche Bedeutung.
Marktplatz
Der Markt- und Kirchplatz bilden das historische Zentrum der Stadt. Zossen entstand im 13. Jh. als Grenzfeste und entwickelte sich zu einer Marktsiedlung. Im 16. Jh. erhielt die Stadt Privilegien für Märkte und Handel und im 19. und 20. Jh. wurde Zossen durch Verkehrsanbindungen und militärische Nutzung bedeutend.
Alte Post
Erbaut 1905. Das Vorgängergebäude (eine Schlächterei und Schankwirtschaft) wurde 1905 abgerissen und an gleicher Stelle nach Plänen der Potsdamer Oberpostdirektion das neue Kaiserliche Postamt errichtet. Die Bauausführung übernahm die Zossener Firma Sels & Köppe. 1924 ging das Gebäude in den Besitz der Reichspost über. Die Entwicklung des Postwesens in Zossen ist eng mit dem Aufschwung der Stadt im 19. und frühen 20. Jahrhundert verbunden und nach der Eröffnung der Berlin-Dresdner Eisenbahn 1875 verlagerte sich der Verkehr von der Postkutsche auf die Bahn, was die Stadtentwicklung und das Postaufkommen förderte. Das Postamt wurde mehrfach aufgewertet: von einer Post-Expedition II. Klasse (1876) bis zum Kaiserlichen Postamt I. Klasse (1907).
Altes Amtsgericht
mit ehemaligem Gefängnisgebäude im Hof, erbaut um 1800
Das Gebäude stammt aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert, wurde 1876 zum Amtsgericht umgebaut und erhielt um 1900 eine neobarocke Fassadengestaltung. Das zweigeschossige Putzgebäude mit Satteldach besitzt ein Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel, detaillierte Fassadendekoration und ein Wappenschild. Das alte Amtsgericht prägt die historische Altstadt und wurde zwischen 1937 und 1939 durch einen Neubau ersetzt, bleibt aber städtebaulich relevant.
Altes Gefängnis
Das Gefängnis in Zossen wurde im Jahr 1903 errichtet und befindet sich auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks des Alten Amtsgerichts. Das Gefängnisgebäude ist ein eigenständiger Bau für die Funktionserweiterung des Gerichts und diente der Unterbringung von Untersuchungshäftlingen und Strafgefangenen. Das Gerichtsgebäude selbst stammt aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert und wurde 1876 vom Justizfiskus erworben. Das Gefängnis wurde wenige Jahre später hinzugefügt,
Marktplatz 12
Das zweigeschossige Fachwerkhaus stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und entstand möglicherweise im Zuge des Wiederaufbaus nach den Stadtbränden von 1662 und 1671. Es zeigt typische Merkmale wie ein steiles Dach, ein niedriges Obergeschoss und einer Fachwerkfassade. Die Dachkonstruktion ist besonders alt und gut erhalten und Teile des Fachwerks sowie die Giebelwände sind original oder frühmodern erhalten. Die Bauweise spiegelt die Entwicklung der Stadt wieder, trägt zur historischen Identität des Zossener Marktes bei und ist eines der ältesten erhaltenen Wohnhäuser in Zossen.
Stadtpark & Schloßanlage
Stadtpark
Der durch den Stadtpark führende Nottekanal ist einer der ältesten deutschen Schifffahrtskanäle, gebaut um 1555 zur Versorgung Berlins mit Gips. Der Kanal ist etwa 25 km lang, mit einem natürlichen Gefälle von 5,80 m. Er spielte eine zentrale Rolle im regionalen und überregionalen Güter- und Personenverkehr und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach ausgebaut, wiederhergestellt und modernisiert. Der Ausbau umfasste Dämme, Schleusen und Treidelwege, die teilweise noch fragmentarisch vorhanden sind. Seine Entwicklung ist eng verbunden mit der wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Geschichte Brandenburgs. Der Kanal war ein wichtiger Gütertransportweg mit Prahmen und Flößen für Gips, Kohle, Salz, Holz und andere Güter. Auch Personenschifffahrt fand im 19. und frühen 20. Jahrhundert statt, z.B. mit Dampfern. Die Nutzung wurde nach 1926 eingestellt.
Stadtpark - Plastik „Bäuerinnen“
Entwurf von Siegfried Krepp, Lehre als Maschinenschlosser, 1950-51 Besuch der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Berlin, 1952-1958 Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin Weissensee bei Balden, Drake und Grzimek. 1958-1960 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin bei Cremer, 1978-1981 Lehrauftrag für Reliefgestaltung an der Kunsthochschule Berlin. Von ihm stammt die Gestaltung des Südportals am Berliner Dom und die Bronzetür an der Prediger-Kirche in Erfurt.
Schlossanlage mit Hauptgebäude, Torhaus, Rondell, Bastion, Wallanlage, Gewölbegang, Pferdestall und Remise - Kirchstraße
Das ehemalige Schloss wurde im 13. Jh. als Wasserburg angelegt. Im Jahr 1641 wurde die Burg durch die Schweden zerstört. Die Bastion ist ein Backsteinbau aus dem 16. Jahrhundert und als einziges Teil der ursprünglichen Burg erhalten geblieben. Herrenhaus und Schloss - Das Schloss („Haus Zossen“) ist ein zweigeschossiger Putzbau mit kurzen Seitenflügeln über H-förmigem Grundriss. Im Kern um 1600. Erhalten großzügige tonnengewölbte Kelleranlage und einzelne gratgewölbte Erdgeschossräume. Umbauten ca. 1824 sowie 1920. Das Torhaus liegt südlich des Stalls der seinerseits südlich des ehemaligen Schlosses liegt. Der Stall liegt südlich des ehemaligen Schlosses. Die Remise begrenzt den Hof auf der nordwestlichen Seite. Es ist ein zweigeschossiges Gebäude mit einem Satteldach. Textquelle: Wikipedia.
Stubenrauchstraße / Bahnhofstraße
Pädagogium mit Schulgebäude, Internatsgebäude (Villa Steffeck) und Nebengebäude - Bahnhofstraße 18
Die Villa Steffeck wurde 1899 nach Alfred Messels Entwurf gebaut - neoklassizistische Formen mit englischen Einflüssen als Beispiel reformorientierter Landhausarchitektur. Das Pädagogium wurde 1899 gegründet und war zunächst in Privathäusern untergebracht. 1908 kaufte die Stadt die Villa Steffeck und errichtete dort ein Schulgebäude, die im Laufe der Zeit für verschiedene Schulformen genutzt wurde, zuletzt als Förderschule. Das Schulgebäude ist ein schlichter zweigeschossiger Putzbau mit neoklassizistischen Elementen, hat eine zentrale Diele mit Treppenhaus und historische Details. Innen sind noch Parkett, Türen, Stuckdecken und Heizkörper aus der Bauzeit vorhanden. Das Internatsgebäude im malerischen Landhausstil und Fachwerk ist reich gegliedert mit Giebeln, Balkon und detaillierten Fassaden. Das Nebengebäude folgt dem Heimatstil und ist eingeschossig mit Fachwerk. Die Bausubstanz ist größtenteils original erhalten, inklusive Fenster, Türen und Innenausstattung. Die Villa ist kunsthistorisch relevant und zeigt Es hat eine bedeutende Rolle in der Stadtgeschichte und im Bildungswesen Zossens.
Aus einem Artikel unserer Chronik: Da man aber in Zossen nicht mehr auf eine höhere Knabenschule verzichten wollte, kaufte die Stadt die Villa in der Bahnhofsstraße 18 für 45.000 RM, die 1898 von dem berühmten Architekten Messel erbaut worden war und deren Besitzer sie krankheitshalber verkaufen mußten. Am Ende des großen Gartengeländes ließ die Stadt für einen Preis von 25.000 RM ein Schulhaus mit 4 Klassenräumen errichten. Am 27. März 1911 erhielt der Gymnasiallehrer Christian Thiede die widerrufliche Erlaubnis zur Fortführung der höheren Knabenschule. Er leitete sie ebenfalls 11 Jahre und gab sie dann aus Altersgründen auf. Der Leiter hatte eine jährliche Miete von 1000 RM an die Stadt zu zahlen. → zum gesamten Artikel
Bahnhofstraße 36 - Villa
Die Villa wurde um 1910/15 gebaut, ist ein eingeschossiger Ziegelbau mit Mansardwalmdach, Loggia und polygonalem Standerker, der die markante Ecklage am Bahnhofsvorplatz betont. Bezeichnend sind die differenzierte Fassadengliederung, flache Putzgliederung, Kalksteinsockel, Biberschwanzdach, Fensterläden und original erhaltene Fenster. Der Innenraum ist großzügig, mit originalen Türen, Beschlägen, Treppe, Parkett, Deckenstuck und drei Kachelöfen, die die Bauzeit widerspiegeln. Diese Villa ist ein typisches Beispiel für den Wohnungsbau um den Ersten Weltkrieg, mit schlichter, hochwertiger Gestaltung und vielfältigen Materialien.
Bahnhofstraße 41 - Wohnhaus
(ehem. Verwaltungsgebäude) und Brauerei-Lagergebäude
Das Wohnhaus steht an der Ecke zur Bahnhofstraße, das Lagergebäude befindet sich im hinteren Teil des Areals. Das Wohnhaus wurde 1908 errichtet (laut Inschrift). Das Lagergebäude der Brauerei Engelhardt stammt vermutlich aus dem späten 19. Jahrhundert. Auffällig sind die ornamentalen Verzierungen, teilweise im Jugendstil, sowie ein polygonaler Standerker und verschiedene Fensterformen (rund-, korbbogig und flachbogig). Das Lagergebäude ist groß und diente der Brauerei als Lager. Die Gebäude sind Zeugnisse der Stadtentwicklung und Industriegeschichte Zossens.
Stubenrauchstraße 70 - Druckerei
Der Denkmalwert beruht im Zusammenhang der verschiedenen Gebäudeteile eines historischen Druckereibetriebs, wobei mehrere Funktionen auf dem Gelände räumlich miteinander verbunden sind:
- Wohngebäude – vermutlich mit einer engen Verbindung zur betrieblichen Nutzung,
- Bürobereich – für Verwaltung und Organisation des Betriebs,
- Setzerei – der Bereich, in dem die Druckvorlagen bzw. Bleisatz hergestellt wurden,
- Druckereihalle – der eigentliche Produktionsbereich.
Am Bahnhof / An den Wulzen / Oertelufer
Bahnhof - Königlich Preußische Militär-Eisenbahn (1875–1918/19)
Die Königlich Preußische Militär-Eisenbahn, auch Königliche Militär-Eisenbahn (K.M.E.) genannt, war eine staatliche, vom preußischen Heer betriebene Bahnstrecke zwischen Schöneberg (ab 1920 zu Großberlin) und Kummersdorf. Die Strecke wurde 1875 eröffnet und 1897 bis Jüterbog verlängert. Bis Zossen verlief die Militäreisenbahn parallel zu den Gleisen der Dresdener Bahn, von dort weiter auf eigener Trasse nach Südwesten in Richtung Jüterbog an der Anhalter Bahn. 1920 wurde als Folge des Versailler Vertrags die Militäreisenbahn als Truppenteil aufgelöst. Die Anlagen gingen in die Zuständigkeit der zivilen Eisenbahnverwaltung über. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Berlin und Zossen wurde der Betrieb eingestellt, die Streckengleise wurden bald abgebaut. Die ehemaligen Militärbahnhöfe in Marienfelde, Mahlow, Rangsdorf und Zossen wurden den zivilen Bahnhöfen zugeschlagen und teilweise umgebaut. Der Berliner Militärbahnhof wurde zu einem zivilen Güterbahnhof.
Wasserturm - Bahnhofsgelände
Der Wasserturm wurde 1892 gebaut von der Berlin-Dresdener Eisenbahngesellschaft. Der Wasserturm und die Wasserkräne sind technische Denkmäler und sind seltene erhaltene Beispiele für die Wasserversorgung der Bahn im 19. Jahrhundert, die Wasserinfrastruktur für Lokomotiven und den Betrieb der Eisenbahnlinien. Der Wasserturm besteht aus rotem Ziegel mit achteckigem Schaft. Der Turm und die Kräne waren für die Versorgung der Eisenbahnlinien und des Militärs konzipiert. Der Wasserturm versorgte die Lokomotiven mit Wasser, auch für die Militärbahn.
Wasserkräne - Bahnhofsgelände
Die Wasserkräne stammen aus 1875, mit unterschiedlichen Auslegerarten, wurden durch den Turm gespeist und hatten unterschiedliche Ausleger, inklusive Gelenkausleger. Der nördliche Wasserkran war mit einer Dampfpumpe ausgestattet, um Wasser direkt in die Lokomotiven zu fördern. Der Wasserturm und die Wasserkräne sind technische Denkmäler und selten erhaltene Beispiele für die Wasserversorgung der Bahn im 19. Jahrhundert und die Wasserinfrastruktur für Lokomotiven und den Betrieb der Eisenbahnlinien.
Kalkschachtöfen - Oertelufer
Die Zossener Kalkschachtöfen sind ein anschauliches Industriedenkmal des 19. Jahrhunderts und Zeugnis der frühen industriellen Kalkproduktion. Bauherr bzw. Betreiber war die Kalkbrennerei und Cementfalzstein-Fabrik von Franz Oertel; als Baumeister wird der Berliner Diplom-Hütten-Ingenieur Ernst Schmatolla genannt. Die Anlage besteht aus zwei hoch aufragenden Kalkschachtöfen von etwa 18 und 21 Meterin in einer massiven Ziegelkonstruktion mit Schamottsteinauskleidung, Feuerungsanlagen, Rauchzügen und historischer Fördertechnik. Sie dienten der industriellen Herstellung von Branntkalk aus Rüdersdorfer Kalkstein. Die Lage am Nottekanal verdeutlicht gleichzeitig die enge Verbindung von Industrie, Wassertransport und Eisenbahn in der Entwicklung Zossens. Die Kalkschachtöfen gehören zu den markantesten Wahrzeichen der Stadt.
Bahnhofstraße / Berliner Straße
Berliner Straße 1
Das Gebäude wurde 1783 im Barockstil erbaut, bestätigt durch Bauformen wie Mansarddach und Türen. Es erfuhr im 19. Jahrhundert eine Umgestaltung mit klassizistischen Fassadendekorationen. Das Baujahr ist durch Inschriften und Bauformen belegt und mögliche Vorgängerbauten könnten aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammen. Das Eckhaus betont eine wichtige Kreuzung im Zossener Stadtkern. Das Mansarddach hebt sich von anderen Häusern ab. Königlich geförderte Bauprojekte könnten die aufwändige Dachform erklärt haben. Das Gebäude besitzt eine überwölbte Kelleranlage mit mehreren Räumen und Ziegelfußböden, Räume mit Kappenwölbungen. Es gibt Hinweise zugeschüttete Bereiche im Keller, und auf möglicherweise ältere Vorgängerbauten. wobei einige Kellerteile aus der Zeit nach dem Stadtbrand von 1671 stammen könnten. Das Grundstück gehörte der Familie Götze, die dort ein Lebensmittelgeschäft betrieb. Im 20. Jahrhundert wurde die Fassade vereinfacht, ältere Gestaltung entfernt.
Berliner Straße 9 - Laubengang
Das Zossener Exemplar ist aus Fachwerk, wahrscheinlich aus späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Oberlaubenställe sind seit dem 17. Jahrhundert in Brandenburg bekannt, vermutlich aus Sachsen-Thüringen, sie wurden in Fläming und Zauche gebaut, heute sind sie selten. Das Gebäude ist komplett aus Fachwerk, später teilweise aufgemauert. Die Oberlaube ist ein Holzgang auf Streben, dient zum Trocknen von Mais, Tabak, Zwiebeln. Die Laube schützt vor Wind, spart Treppen und ist verziert mit Volkskunst. Das Gebäude ist die letzte seiner Art in Zossen, außerhalb des bekannten Verbreitungsgebiets.
Bahnhofstraße 56 - Wohnhaus
Das Gebäude ist ein um 1890 errichtetes Gründerzeit-Wohnhaus. Es ist ein Zeugnis der städtischen Entwicklung Zossens im späten 19. Jahrhundert. Das Haus dokumentiert die Verstädterung Zossens im Zeitalter der Gründerzeit mit der Entwicklung der Bahnhofsvorstadt als Wohnstandort. Die in dieser Zeit verbreitete Bauform und die architektonischen Vorstellungen: Ein Wohnhaus sollte nicht nur funktional sein, sondern bereits von außen einen gewissen bürgerlichen Anspruch und Wohlstand vermitteln.
Bahnhofstraße 57 - Wohnhaus
Das Haus wurde um 1875/80 errichtet, als ein bürgerliches Wohnhausbaus der späten Gründerzeit. Es ist ein eingeschossiger, glatt verputzter Ziegelbau, bestehend aus sieben Achsen, mit einem Flachdach, mit Mezzanin (Zwischengeschoss) und einem flachgeneigten Satteldach. Die linke Achse wird durch eine große, aufwendig gestaltete Eingangstür hervorgehoben. Im oberen Bereich schließt das Haus mit einer reich gestalteten Frieszone ab, die Okuli (runde Fenster) zur Belichtung des Dachraums enthält. Im Hauptgeschoss ist die ursprüngliche Innenstruktur weitgehend erhalten. Besonders hervorzuheben sind der großzügige Treppenflur auf der linken Seite mit Marmorboden, die originale Wohnungstür, Innentüren sowie Decken mit Stuckleisten und Rosetten. Die modernisierte Hofseite sowie verschiedene jüngere Anbauten sind laut Gutachten nicht denkmalwert, da sie nicht zur ursprünglichen historischen Substanz gehören.
Fischerstr. / Baruther Str. / Am Kiez
Wohnhaus - Fischerstraße 11
Das Wohnhaus wurde Ende der 1920er Jahre erbaut und ist ein einmaliges sowie sehr gut erhaltenes Beispiel expressionistischer Wohnhausarchitektur. Die Merkmale: Zweigeschossig, sieben Achsen, Satteldach mit vorspringender Traufe, charakteristischer grüner Rauhputz ("englischer Edelputz") aus der Entstehungszeit, Klinkergliederung mit horizontalen Streifen, Turmartig hochgezogene, verklinkerte Treppenhausachse mit geschwungenen Abflussrohren und durchlaufendem Treppenhausfenster als vertikales Gegengewicht zu den horizontalen Fensterstreifen. Weitere besondere Details: abgetreppte Türlaibung, Dreieckfenster, Putzornamentik am Treppenhausfenster, Hofseite mit flachen Putzbändern, die die Fenster des Obergeschosses waagerecht zusammenfassen. Das Haus ist sehr gut im ursprünglichen Zustand erhalten (Original-Eingangstür, Fenster, Einfahrtstore, teilweise Jalousien auf der Hofseite). Auch die Raumstruktur, das Treppenhaus sowie Wohnungs- und Zimmertüren sind original erhalten.
Baruther Straße 12 - Wohn- und Geschäftshaus
Das Gebäude wurde um 1905 errichtet und ist Teil der historischen Bebauung in Zossen. Es ist ein symmetrisch gegliedertes Wohn- und Geschäftshaus mit Jugendstil-Elementen und historischen Wappen. Das dreigeschossige Putzgebäude besitzt einen Erker, Balkone mit Schmiedeeisengittern, Mansarddach mit Zwerchhaus und Gauben, sowie Jugendstil-Details an der Fassade, wie sparsame Jugendstil-Formen, Girlanden, Masken, Wappen mit Initialen "WS" und weitere dekorative Details. Das Haus liegt an der Hauptgeschäftsstraße von Zossen, überragt die ältere Bebauung und verbindet Marktplatz mit Kietz.
Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 - Am Kietz
Das Denkmal wurde um die Jahrhundertwende (um 1900) am Kietz errichtet und steht auf einem städtebaulich bedeutsamen Platz. Es besteht aus einem Sandsteinsockel, auf dem sich eine Zone mit eingelassenen schwarzen Granittafeln befindet. Diese Tafeln tragen patriotische Inschriften und erinnern an die Gefallenen des Krieges. Eine der Tafeln (auf der Südostseite) fehlt heute. Die Ecken des Denkmals sind durch glattpolierte Granitpilaster betont, und die Zone wird von einem stark profilierten Gesims abgeschlossen. Darüber erhebt sich eine Stele mit der Inschrift: „Mit Gott für Kaiser und Reich“. Die Sockelplatte stammt vermutlich aus den 1930er Jahren und ist somit eine spätere Ergänzung. Das Denkmal ist ein typisches Beispiel für die um die Jahrhundertwende häufig errichteten „vaterländischen“ Denkmäler.
Am Kietz Sowjetisches Ehrenmal
Gerichtstraße / Friedhofsweg
Amtsgericht
Das Gebäude wurde 1937-39 im Stil des Historismus errichtet nach dem Entwurf von Ministerialrat Erich Meffert. Es zeigt eine Mischung aus mittelalterlichen, barocken und modernen Elementen, mit charakteristischen Merkmalen wie Dachtürmchen, Erker und Reliefdekorationen. Das Amtsgericht besitzt original erhaltene Türen, Leuchten, Uhren und Fenster, bleiverglaste Fenster mit Reliefverzierungen und ikonographischem Programm. Die Inneneinrichtung umfasst Parkettböden, Holzdecken und historische Möbel.
Es ist das erste eigenständige Gerichtsgebäude in Zossen und hat die Funktion eines Amtsgerichts bis heute beibehalten.
Wasserturm - Gerichtstraße
Der Wasserturm wurde 1899 für die Electrizitäts-Actien-Gesellschaft Köln-Berlin nach Plänen des Ingenieurs David Grove errichtet. Er befindet sich am östlichen Ortsausgang von Zossen auf dem Mühlenberg in erhöhter Lage. Bis 1994 war der Turm für die Wasserversorgung der gesamten Stadt Zossen zuständig (Fassungsvermögen: 204 m³). Erst mit der Inbetriebnahme eines neuen Wasserhochbehälters wurde diese Funktion abgelöst.
Der Turmschaft: ein massiver, runder Schaft aus rotem Ziegelmauerwerk, leicht konisch zulaufend, Sockel, senkrechte Mauerverstärkungen und kleine, flachbogige Fenster gliedern das Bauwerk. Im oberen Bereich befinden sich schlitzartige Öffnungen, die zu Dreiergruppen zusammengefasst sind und zu einem abschließenden Konsolgesims führen.
Behälterraum: Rund, hell verputzt, mit kleinen Rechteckfenstern versehen, Abschluss durch ein Kuppeldach mit Laterne.
Technische Ausstattung: Vollständig erhalten: genieteter offener Wasserbehälter (Fassungsvermögen: 204 m³), Zugang über eine hölzerne Treppe bis zum unteren Rand des Behälters, im Behälterraum eine Stahlleiter. Der Wasserbehälter wird von einer genieteten Stahlkonstruktion getragen, die auf einem Stahlring auf der Mauerkrone des Turmschafts ruht.
Erbbegräbnis der Familie Eichhorn
Südlich der Friedhofskapelle, direkt an einer Lindenallee steht im ältesten Bereich des Friedhofs der Bau des Erbbegräbnis der Familie Eichhorn. Errichtet wurde er vermutlich in den 1960er/70er Jahren. Er ist ein quaderförmiger Bau im klassizistischen Stil, allansichtig gestaltet - Gelbe Sichtziegel, helle Putzgliederung, Dreiecksgiebel auf allen Seiten, Satteldächer, bekrönt von einem eisernen Kreuz, Pilaster an den Ecken. 1999 stürzte die Decke ein und im Jahr 2000 erfolgte die Sanierung inklusive Restaurierung der Deckenmalerei (Sternenhimmel). Das Erbbegräbnis ist ein markantes Beispiel für die sepulkralarchitektonische Gestaltung des 19. und 20. Jahrhunderts.
Plastik „Vogelzug“ - Gerichtstraße, vor der Grundschule
Töpchiner Weg und Weinberge
Weinberge Straßenzug
Der Straßenzug "Weinberge" wurde zum Denkmal benannt, ist etwa 2 km lang und zeichnet sich durch seine Feldsteinstrasse mit nebenliegendem Sommerweg aus.
altes Kreiskrankenhaus, Weinberge 57
Das Krankenhaus in Zossen wurde erstmals 1430 erwähnt und hat eine über 500-jährige Geschichte. Es diente bis 2002 als Krankenhaus. Es besteht aus Hauptgebäude, Nebengebäude und Leichenhalle, wurde mehrfach neu gebaut, zuletzt in den 1950er Jahren und im Zuge von Verlegungen und Umbauten in eine Poliklinik umgewandelt. Das Hauptgebäude ist ein zweigeschossiger Ziegelbau mit markanten Fassadengestaltungen und Dachaufbauten. Die Erweiterung von 1931 ist im Vergleich zum Kernbau deutlich abgesetzt und mit Ziegelmuster versehen. Die Gebäude sind durch Vor- und Rücksprünge sowie Giebel- und Fensterformen abwechslungsreich gestaltet. Das 1957 errichtete Bettenhaus ist ein Beispiel für Nachkriegsmoderne und zeigt eine schlichte, funktionale Architektur.
Scheunenviertel, Töpchiner Weg
Das Scheunenviertel ist im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entstanden, bestehend aus insgesamt 16 Scheunen, die in drei Reihen hintereinander angeordnet sind. Es befindet sich am südöstlichen Rand von Zossen am Töpchiner Weg. Die Ausgliederung der Scheunen aus der Stadt und ihre Zusammenfassung zu einem eigenen Viertel erfolgte aus Brandschutzgründen (häufige Brände im 17. Jahrhundert). Auf einem Stadtplan von 1740 ist das Scheunenviertel bereits am gleichen Ort eingezeichnet. Wesentliche Strukturmerkmale sind seitdem weitgehend unverändert erhalten geblieben. Das Viertel dokumentiert die bis ins 20. Jahrhundert vorherrschende Bedeutung der Landwirtschaft für die Bevölkerung und den Charakter Zossens als Ackerbürgerstadt. Bei heutigen Sanierungen oder Umbauten ist auf die Erhaltung der Sichtziegel, der Dachform und der dekorativen Elemente wie Zierfriese und Überfangbögen zu achten, um die historische Aussagekraft des Viertels zu bewahren.
Fachwerkhaus, Weinberge 15
erbaut 1750 als Wohnhaus des königlichen Försters Schandken. Mehrere spätere Besitzer betrieben im Haus eine Schankwirtschaft. Im Haus ist noch eine rare originale "schwarze Küche" vorhanden. Bis 1982 war es noch bewohnt. Danach startete eine Rettungsaktion dieses alten Gebäudes bis zur Neueröffnung 1995. Heute beherbert das Haus das Museum „Alter Krug“.
