Heimatverein "Alter Krug"

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Öffnungszeiten

Museum Alter Krug
Weinberge  15
15806 Zossen

Wegen Sanierung
bis auf Weiteres
geschlossen.

Für Nachfragen
Tel: 03377 300576

Schulmuseum Zossen
Kirchplatz 7
15806 Zossen

Donerstag:    10 bis 12 Uhr

Sonnabend:  10 bis 12 Uhr

Tel: 03377 334346

„Damals war’s“ so der Titel dieses Nachmittags. Damals war’s, als in unserer Region noch Großtrappen und Schwarzstörche zu Hause waren. Schwarzstorch ein scheuer Bewohner alter, geschlossener Wälder, die Still- und Fließgewässer aufweisen.

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Karola Andrae begrüßt Gerhard Kretlow

Damals war’s als Gerhard Kretlow als junger Naturschutzhelfer begann, die Natur und insbesondere die Vogelwelt in der Region um Zossen zu beobachten und damals eben noch auf 8mm-Film zu bannen. Bis heute ist er dem Naturfilm treu geblieben. Allerdings sind die heutigen Filme natürlich in HD. Was die Zuschauer an diesem Nachmittag jedoch zu sehen bekamen waren die historischen, jetzt digitalisierten 8mm-Filmaufnahmen aus den Jahren 1957-60.

Irgendwie hat gerade dieses historisch Identische den Reiz dieses Nachmittags ausgemacht. Interessant schon die einführenden Worte von Gerhard Kretlow, als er auf nun bereits fast 60 Jahre Naturbeobachtung und Naturfilm zurückblickte. Von den seltenen Vogelarten, kennt er wohl jedes Brutpaar und jedes Gelege hier in der Gegend.

Großtrappen, eigentlich Steppenvögel, brauchen ein weiträumiges Gebiet als Lebensraum, in dem sie sich möglichst ungestört leben können.

Schwarzstörche hingegen leben gern im Verborgenen, in Wäldern, mit Bächen, Fließen und Tümpeln.

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Großtrappe im Film

Die Zossen umgebenden Felder, Wiesen, Wäldern und Feuchtgebieten boten bis in die jüngste Vergangenheit diese Lebensräume. Lebensräume für die verschiedensten Vogelarten. So waren in diesen, nun schon historischen, Filmaufnahmen nicht nur die hier inzwischen nicht mehr anzutreffenden Großtrappen und Schwarzstörche zu sehen, sondern auch Kiebitze, Schnepfen, Weißstörche, Kraniche, Brachvögel, Rohrdommeln, Zeisige und was sonst noch an Vögeln anzutreffen war. Unzählige Stunden der Beobachtung verbrachte Gerhard Kretlow allein oder auch in Begleitung vor allem mit Günther Linde in jener Zeit, am Luch, am Prierowsee, am Hechtsee oder auch in den angrenzenden Wäldern. Sonst wären Aufnahmen vom Brüten bis zum Flüggesein einzelner Vogelarten nicht denkbar.

Veränderungen in der Natur selbst, aber vor allem die Eingriffe des Menschen in die Natur durch intensive Land- und Forstwirtschaft, Melioration, Straßen- und Siedlungsbau haben die Lebensräume von Pflanzen und Tieren derart verändert, dass für bestimmte Pflanzen und Tierarten kein Raum mehr war. Dies konnte Gerhard Kretlow über Jahrzehnte an der Population der verschiedensten Vogelarten nachzeichnen.

Vor zwanzig Jahren, war dieser Film noch von großen Filmrollen im ehemaligen Saal der Kreisverwaltung der Einstieg von Gerhard Kretlow in den Heimatverein. „Wenn Frau Andrae mich nicht ermuntert hätte, diesen Film doch nochmals zu bearbeiten, hätte diese Veranstaltung heute nie stattgefunden“ so Gerhard Kretlow.

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Karola Andrae nimmt die Film DVD entgegen

Noch vor Beginn der Veranstaltung bat ich Gerhard Kretlow auf drei Fragen um drei kurze Antworten.

Warum greifen sie heute nochmals das Thema Großtrappe auf?

„Die Großtrappe war der größte, schwerste und somit imposanteste Flugvogel in unserer Region.

Wie viele Filme haben Sie für den heute zu zeigenden verarbeitet?

Eigentlich nur einen, da dieser Film bereits als 8mm-Film aufbereitet gewesen war.

Wann wurde die letzte Großtrappe hier in der Region wahrgenommen?

„So etwa 1995/96.“

Mehr über Großtrappen bei Wikipedia.

Karola Andrae bezeichnete die Großtrappe in ihren Abschlussbemerkungen als ein bis zu 18 Kilogramm schweres flugfähiges Monster.

Am Schluss der Veranstaltung übergab Gerhard Kretlow der Vorsitzenden des Heimatvereins die DVD mit dem gezeigten Film. Frau Andrae bedankte sich nicht nur bei Herrn Kretlow mit einem kleinen Geschenk, sondern dankte auch dessen Ehefrau für so viel Geduld mit einem Mann, welcher die Natur mindestens ebenso liebt wie seine Frau.

Text und Fotos: Dr. Rainer Reinecke

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