Rückblick auf die Ausstellung
„Fokus auf Lokus“ von 2025
Keine andere Ausstellung im Heimatmuseum hat in den vergangenen Jahren eine so ange Nachhaltigkeit erlebt wie die mit dem Motto „Fokus auf Lokus“. Im Ausstellungszeitraum besuchten uns 329 Personen, die die großformatigen Bilder mit Toiletten-Motiven aus aller Welt von Jörg Roschlau sehen wollten und sich oft über die Fotos amüsierten. Der Besucher mit der weitesten Anreise kam aus China. Aber die Begeisterung und der Nachhall reißen nicht ab. Jetzt erreichte uns noch anliegende Bilddokumentation per Post. Oft zeigt man uns Handy-Fotos zu diesem besonderen Thema. Schließlich können alle was damit anfangen und mitreden.
Es war eben doch nicht nur ein „Sch. . . Thema“.
Text: Karola Andrae
Foto: Carsten
Die Zitadelle Spandau und der Bezug zu Zossen
A
m 7. Februar 2026 war Karl-Heinz Bannasch aus Berlin-Spandau wieder einmal zu Gast in Zossen. Geladen war er erneut, um über das Thema der bekannten Zitadelle Spandau und deren Bezug zu Zossen zu sprechen.
Bereits im Jahr 2015 war er mit diesem Thema erstmalig in Zossen und begeisterte damals die Besucher. Danach folgten jährlich neue interessante Vorträge, bis Corona dazwischenkam. In Erinnerung geblieben ist nicht zuletzt die Auftaktveranstaltung zur 700-Jahr-Feier Zossen im Gemeindesaal im Jahr 2020, zu der Karl-Heinz Bannasch herzlich begrüßt wurde. Die Berichte zu seinen Vorträgen in Zossen sind auf der Internetseite des Heimatvereins nachzulesen.
Erstmalig war Karl-Heinz Bannasch diesmal nun als Referent in den Räumen des „Alten Krug“. Einen Tag zuvor war noch überlegt worden, den Vortrag wegen Glatteis abzusagen, was aber schließlich verworfen wurde. Und so standen Referent und Gastgeber mit großen Erwartungen ab 14.30 Uhr bereit, um die Besucher zu empfangen. Und sie wurden nicht enttäuscht, denn auf die treue Besucherschar war wieder einmal Verlass. Bis 15 Uhr waren 30 Plätze besetzt, alle Gäste wurden mit Glühwein
oder Kaffee versorgt und es konnte losgehen.
Zuerst wurden gerahmte Land-Karten, Kupferstiche und Bilder erklärt, sodass man schon einen guten Einstieg in die damalige Zeit hatte. Die bestehende Burg in Zossen sollte zu Großem erwachen, aber Zossen ist bekanntlich nicht zum Zug gekommen, da nach umfangreicher Prüfung die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt waren. Zossen war zur damaligen Zeit noch ein Lehen in Richtung Prag, wo man katholisch war. Das evangelische Preußen wollte auf diesen Grund sicher nicht bauen. Nach den Unterlagen galten die Zossener schon damals als Querulanten. Zur damaligen Zeit sind auch nur 80 männliche Bewohner für hier benannt, denn Frauen und Kinder wurden nicht gezählt. Spandau lag dann doch günstiger an den großen Handelsstraßen und an der Berliner Residenz gelegen. Da der König oft schlecht bei„Kasse“ war, sollten die Städte und Dörfer u.a. Handwerker, Fuhrwerke usw. für den Zitadellen-Bau stellen. Natürlich hatte sich Zossen auch geweigert . . .
Wer die Zitadelle Spandau schon einmal besucht hat, kennt deren Ausmaße. Auf Zossen übertragen, hätte dies bedeutet, dass sie bis zum Kietz gereicht hätte. Alle Bürger hätten
damals dann in der Zitadelle gewohnt oder wären ausgesiedelt worden.
Schnell und kurzweilig war dann auch die Zeit vergangen. Als kleines Dankeschön bekam Herr Bannasch das Buch „Die Burganlage von Zossen“ von Thomas Krause und das Buch „Auf Zeitreise durch Zossen“ von Fred Hasselmann überreicht. Zossen, das zeigen die Bücher, hat auch ohne den Zitadellen-Bau eine schöne Entwicklung genommen.
Text: Karola Andrae
Fotos: Klaus Andrae
"Er gab einem Gebiet seinen Namen" - Vortrag von Stefan Rothen aus Rangsdorf über den Rittergutsbesitzer Carl Magnus von Zülow
Was wir aus der Geschichte lernen können?
Der Vortrag von Herrn Rothen am 17.01.26 im „Alten Krug“ war Anlass für alle Interessierten, sich mit dem Thema Zülowkanal und seinem Bauherrn Carl Magnus von Zülow zu befassen. Auch weitere Zülows der Familie wurden im Vortrag erwähnt. Weitere Bauten und Naturschutzgebiete sind mit dem Namen des ehemaligen Dahlewitzer Gutsbesitzers verbunden.
Mich ließ eine Nebenbemerkung von Herrn Rothen in weitere Gedanken versinken. Der Herr Zülow war auf dem Weg, Neues zu installieren, aus seiner Sicht Fortschritt zu initiieren, um damit mehr Lebensqualität für die Menschen vor Ort zu ermöglichen. Die potenziellen Nutznießer aber unterstützten die Sache nicht oder blockierten sie. Mit dem Blick von heute ist das nicht zu erklären, warum man damals die neuen Gedanken nicht zulassen wollte…
Ich persönlich wünsche mir, mit Sonnenenergie, Erdwärme, E-Auto, weitgehend papierlos, in jedem Fall ohne Stapel von Papierwerbung zu leben und hoffe, dass es immer mehr Menschen werden, die sich um die Zukunft ihrer Kinder bzw. Enkel sorgen. Zukunft und Fortschritt zu sichern, heißt immer Überholtes, Schädliches vielleicht auch Nutzloses auszusortieren, um neue Wege zu ermöglichen.
Der Vortrag über die Unternehmen des Herrn Zülow war sehr schön kulturell eingebunden und von den fleißigen Bäckerinnen des Heimatvereins umrahmt.
Ein angenehmer Nachmittag.
Herzlichen Dank.
Text: Ilse Ryczewski
Foto: Klaus Andrae